Katze mit angelegten Ohren Foto von FuYong Hua auf Unsplash

Trotzphase und Wutanfall im Kindesalter

Wo kommts her und wie damit umgehen? Tipps und Tricks, um die Trotzphase unbeschadet zu überstehen

Die Persönlichkeitsentwicklung deines Kleinkindes stellt für dich eine Herausforderung der besonderen Art dar und bringt dich an deine psychische Belastbarkeitsgrenze?

Hier erhältst du zahlreiche Erziehungstipps, welche dir dabei helfen sollen, künftige Wutausbrüche deines Kindes gelassen zu meistern.

Wann handelt es sich um die Trotzphase?

Darüber, ob die Trotzphase beim Baby beginnt, gehen die Meinungen weit auseinander. Ab einem Alter von etwa 18 Monaten bis zum sechsten Lebensjahr befindet sich dein Kind im offiziellen Trotzalter. Dieses erreicht meist zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag seinen Höhepunkt.

Die Trotzphase beim Baby beginnt, sobald das Kleinkind seinen eigenen Willen und somit seine eigenständige Persönlichkeit entdeckt.

Was sind die Hintergründe für Wutanfälle bei Kleinkindern?

Der überwiegend negativ behaftete Gefühlsausdruck der Wut ist unverzichtbar wenn es darum geht, Spannungen abzubauen. Wer seine Emotionen regelmäßig unterdrückt läuft Gefahr, schwere psychische Folgen zu erleiden.

Dein Kleinkind versucht, seinen Bedürfnissen durch Wut Nachdruck zu verleihen und seine Vorstellungen damit zu verwirklichen. Wut bei Kindern ist vollkommen normal, da sie aber aus einem Impuls heraus entsteht, solltest du unbedingt darauf achten, dass sich diese nicht ungebremst entlädt.

Dein Kind begreift, dass es mit seinen Handlungen Einfluss auf seine Umwelt ausübt, die Auswirkungen können allerdings noch nicht abgeschätzt werden. Zu Beginn der Trotzphase wird dein Kleinkind zunehmend mobil und erlebt einen beinahe ungebremsten Forscherdrang.

Zu viele Verbote sowie die Grenzen der eigenen Möglichkeiten lösen nun vermehrt Wutausbrüche aus.

Ist die Trotzphase deines Kindes erst einmal in vollem Gange wirst du den Eindruck gewinnen, dass die Wutausbrüche auf zahlreiche Auslöser zurückzuführen sind.

Dabei gibt es nur zwei Ursachen, welche zu einem Wutausbruch deines Kindes führen:

– Ein Wunsch bleibt unerfüllt

Das hierfür bekannteste Beispiel ist die Kasse im Supermarkt, an der ein schreiendes Kind versucht seinem Wunsch nach Süßigkeiten Nachdruck zu verleihen

– Du möchtest dein Kind zu einer Aktivität bewegen, die nicht in seinem Interesse ist

Hierfür typisch ist beispielsweise das Anziehen eines Kleidungsstücks, welchem sich dein Kind mit Händen und Füßen widersetzt

Diese beiden einfachen Beweggründe werden täglich nahezu unendlichen Situationen gegenübergestellt. Von nun an ist es deine Aufgabe dein Kind davon zu überzeugen, dass es gewissen Grenzen einzuhalten gilt und bestimmte Dinge erledigt werden müssen, so unangenehm diese auch sein mögen.
Dabei wird dir ein Höchstmaß an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangt, jeder Konflikt erfordert einen kreativen Lösungsansatz.

Wutanfälle bei Kleinkindern vermeiden

Während der Trotzphase ist dein Kind besonders leicht reizbar. Daher ist es ratsam, ihm im Alltag so wenig Einschränkungen wie möglich zu geben. Regeln sollten ab dem dritten Geburtstag auf ein Mindestmaß beschränkt werden, sodass diese leicht zu merken sind. Hierbei ist es wichtig, dass diese von allen Bezugspersonen eingehalten werden, damit ein klarer Leitfaden besteht.

Kleinkinder unter drei Jahren können Regeln noch nicht als solche verstehen.

Zu viele Verbote schränken dein Kind in seiner Selbstständigkeit ein. Das Wort „Nein“ ist daher in dieser Phase ein rotes Tuch und sollte nur in unvermeidbaren Situationen Verwendung finden.
Zur eigenen Kontrolle, wie häufig du Verbote tatsächlich aussprichst, kann sich ein Nein-Tagebuch als durchaus sinnvoll erweisen.

Dein Kind wird immer mehr danach streben, Aufgaben ohne Hilfe zu übernehmen. Versuche deine alltäglichen Tätigkeiten so zu organisieren, dass dich dein Kind nach seinen Möglichkeiten unterstützen kann.

Ausreichend Schlaf ist mitunter die wichtigste Zutat für einen entspannten Alltag mit deinem Kind. Denn Müdigkeit sorgt für eine besonders kurze Zündschnur im Hinblick auf Reizbarkeit, welche im Handumdrehen in einen Wutausbruch steigern kann.

Unser Tipp:

Versuche Ereignisse, wie beispielsweise einen Zoobesuch, welche in der Zukunft liegen nicht zu früh anzukündigen. Dein Kleinkind ist noch nicht in der Lage, Raum und Zeit einzuordnen und möchte deine Vorankündigung sofort in die Tat umsetzen. Treten die Erwartungen dann nicht ein, wird es schnell mit Enttäuschung und Frustration reagieren.

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