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Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: So schützt du dein Baby von Anfang an

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: wann die STIKO sie empfiehlt, warum in jeder Schwangerschaft und wie der Nestschutz dein Neugeborenes schützt.

Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft: So schützt du dein Baby von Anfang an
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Illustration einer schwangeren Frau in Rosatönen neben einem grünen Schutzschild mit Häkchen, dazu der Titel Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft.
Eigene Grafik · babyratgeber.app · frei verwendbar

Du bist schwanger, und im Mutterpass taucht plötzlich das Wort „Pertussis“ auf? Vielleicht hat deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt die Keuchhusten-Impfung angesprochen – und du fragst dich, warum ausgerechnet jetzt und ob das für dein Baby sicher ist. Hier bekommst du einen ruhigen, klaren Überblick: was die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, wie der sogenannte Nestschutz funktioniert und was dein Umfeld tun kann.

Auf einen Blick

  • Gilt für: Schwangere – und alle, die bald engen Kontakt zu einem Neugeborenen haben.
  • Wann: Die STIKO empfiehlt die Impfung möglichst früh im dritten Schwangerschaftsdrittel (ab etwa der 28. SSW). Ist eine Frühgeburt wahrscheinlich, wird sie ins zweite Drittel vorgezogen.
  • In jeder Schwangerschaft: Unabhängig davon, wann du zuletzt gegen Keuchhusten geimpft wurdest.
  • Warum: Deine Antikörper gehen auf dein Baby über und schützen es in den ersten Lebenswochen, bevor es selbst geimpft werden kann.
  • Kosten: Die Impfung in der Schwangerschaft ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

Warum Keuchhusten für Babys so gefährlich ist

Keuchhusten (Pertussis) ist eine bakterielle Atemwegsinfektion. Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft sie oft als hartnäckiger, wochenlanger Husten – unangenehm, aber meist nicht gefährlich. Genau deshalb wird sie häufig gar nicht als Keuchhusten erkannt und unbemerkt weitergegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) betont, dass Jugendliche und Erwachsene eine wichtige Rolle als Überträger auf Säuglinge spielen.

Für junge Babys sieht die Sache anders aus. Bei ihnen verläuft die Krankheit oft untypisch: Statt der bekannten Hustenanfälle stehen nicht selten Atemaussetzer (Apnoen) im Vordergrund. Laut RKI betreffen ein hoher Anteil aller Krankenhausbehandlungen und fast alle Todesfälle junge, ungeimpfte Säuglinge unter sechs Monaten.

Dazu kommt: In Deutschland wurden 2024 so viele Keuchhusten-Fälle gemeldet wie noch nie seit Einführung der bundesweiten Meldepflicht im Jahr 2013 – und Säuglinge waren die am stärksten betroffene Altersgruppe. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, den Schutz ernst zu nehmen.

So funktioniert der Nestschutz

Dein Baby kann seine erste eigene Keuchhusten-Impfung im Alter von zwei Monaten bekommen. Bis sich danach ein belastbarer Schutz aufbaut, vergeht noch etwas Zeit – und genau diese ersten Lebenswochen sind die verletzlichsten.

Hier setzt die Impfung in der Schwangerschaft an: Nach der Impfung bildet dein Körper Antikörper, die über die Plazenta zu deinem Baby gelangen. Es kommt also schon mit einem Schutz auf die Welt. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sinkt das Risiko, in den ersten drei Lebensmonaten an Keuchhusten zu erkranken, durch die Impfung der Mutter in der Schwangerschaft um rund 90 Prozent.

Wichtig zu wissen: Der Nestschutz ersetzt nicht die eigenen Impfungen deines Babys. Er überbrückt die Zeit, bis die regulären Säuglingsimpfungen greifen. Mehr zum Impfstart und zur Entwicklung in dieser Zeit liest du in unserem Beitrag Baby 2 Monate.

Der richtige Zeitpunkt

Die STIKO empfiehlt, möglichst früh im dritten Trimenon zu impfen – die BZgA nennt dafür „ab der 28. Schwangerschaftswoche“. Dahinter steckt eine einfache Überlegung: Dein Körper braucht einige Wochen, um genügend Antikörper zu bilden und an dein Baby weiterzugeben. Wird zu spät geimpft, bleibt dafür womöglich nicht genug Zeit.

Ist eine Frühgeburt wahrscheinlich, soll die Impfung deshalb ins zweite Trimenon vorgezogen werden. Ob das bei dir zutrifft, besprichst du am besten direkt in deiner frauenärztlichen Praxis.

Warum in jeder Schwangerschaft?

Vielleicht bist du erst vor zwei Jahren geimpft worden – und sollst jetzt schon wieder? Ja. Das RKI erklärt, dass die mütterlichen Antikörper schon zwölf Monate nach der Impfung wieder stark abgefallen sind. Damit jedes Baby mit möglichst vielen Antikörpern startet, wird die Impfung in jeder Schwangerschaft empfohlen – unabhängig vom Abstand zu früheren Keuchhusten-Impfungen.

Ist die Impfung in der Schwangerschaft sicher?

Diese Frage ist verständlich, gerade wenn man in der Schwangerschaft bei allem vorsichtig ist. Das RKI hält fest: Eine Keuchhusten-Impfung während der Schwangerschaft ist genauso sicher wie eine Impfung vor der Schwangerschaft. In Ländern, die schon lange in der Schwangerschaft impfen, wurden in Beobachtungsstudien und Überwachungssystemen keine negativen Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Neugeborene festgestellt – auch nicht bei wiederholter Impfung in mehreren Schwangerschaften.

Verwendet wird ein Totimpfstoff. Einen Einzelimpfstoff nur gegen Keuchhusten gibt es in Deutschland nicht; geimpft wird mit einem Kombinationsimpfstoff, der auch gegen Tetanus und Diphtherie schützt, bei Bedarf zusätzlich gegen Kinderlähmung. Wie bei anderen Impfungen können vorübergehend Rötung oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Wenn du unsicher bist oder Vorerkrankungen hast, sprich deine Fragen offen in der Praxis an – dafür ist das Gespräch da.

Was dein Umfeld tun kann

Babys stecken sich häufig bei Menschen aus ihrer nächsten Umgebung an. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick in die Impfpässe der Familie:

  • Partnerin oder Partner, Geschwisterkinder, Großeltern und regelmäßige Betreuungspersonen sollten ihren Keuchhusten-Impfschutz prüfen lassen.
  • Wer in den letzten zehn Jahren keine Keuchhusten-Impfung erhalten hat, sollte sich laut RKI möglichst vor der Geburt impfen lassen – die BZgA empfiehlt dafür spätestens vier Wochen vor dem errechneten Termin.
  • Wer hustet, hält Abstand: Ein länger anhaltender Husten bei Besuch ist ein guter Grund, das Kennenlernen ein paar Tage zu verschieben oder ärztlich abklären zu lassen.

Das ist keine Frage von Misstrauen, sondern von Fürsorge – und die allermeisten Großeltern freuen sich, wenn sie konkret etwas beitragen können.

Andere Impfungen in der Schwangerschaft

Neben Keuchhusten ist in der Schwangerschaft auch die Grippeimpfung besonders empfohlen. Impfungen mit Lebendimpfstoffen – etwa gegen Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken – sind in der Schwangerschaft dagegen nicht erlaubt; Impflücken dabei schließt man am besten schon vor einer Schwangerschaft. Welche Impfungen für dich persönlich sinnvoll sind und wann, klärst du mit deiner frauenärztlichen Praxis. Einen Überblick über die ersten Wochen deiner Schwangerschaft findest du in unserem Ratgeber SSW 1 bis 12.

Wann du ärztliche Hilfe brauchst

Bei einem Neugeborenen oder jungen Säugling gilt: Hustet dein Baby auffällig, macht es Atempausen, läuft es beim Husten bläulich an oder wirkt es schlapp und trinkt schlecht, lass es umgehend ärztlich untersuchen. Bei Atemaussetzern oder Atemnot wähle sofort den Notruf 112.

Häufige Fragen

Ich hatte als Kind Keuchhusten – brauche ich die Impfung trotzdem?

Ja. Auch eine durchgemachte Erkrankung schützt nicht lebenslang, und für den Nestschutz zählt, dass du in der aktuellen Schwangerschaft möglichst viele Antikörper bildest. Die STIKO-Empfehlung gilt deshalb für alle Schwangeren.

Was, wenn ich den empfohlenen Zeitpunkt verpasst habe?

Sprich deine Praxis darauf an. Wie es in deiner Situation am sinnvollsten weitergeht, kann sie mit dir individuell besprechen.

Muss mein Baby trotzdem mit zwei Monaten geimpft werden?

Ja. Der Nestschutz überbrückt nur die ersten Wochen. Die regulären Säuglingsimpfungen bleiben wichtig und werden ganz normal nach Impfkalender gegeben.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft ist seit 2020 eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei privater Versicherung lohnt sich ein kurzer Blick in deinen Tarif.


Wichtiger Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Impfungen in der Schwangerschaft wende dich an deine Frauenärztin oder deinen Frauenarzt, an deine Hebamme oder – nach der Geburt – an deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt. Im Notfall: 112.

Quellen

Über den Autor

Babyratgeber

Recherchiert jeden Gesundheitsratgeber entlang der Empfehlungen von BZgA, BVKJ und DGKJ und prüft ihn regelmäßig auf Aktualität.

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